• Quinta de Santa Luzia - Madeira island
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Mein Vorfahr John Blandy erwarb das ursprüngliche Haupthaus im Jahre 1826. Es hatte zwei Stockwerke und lag noch weitab von Funchal, in einem damals noch sehr ländlichen Bereich der Insel. Mein Ur-Ur-Großvater John Burden Blandy gestaltete das Haus später (1901) um. Er baute u.a. einen ausladenden Treppenaufgang ein, der so überdimensioniert war, dass er sich nur recht seltsam in den Eingangsbereich einfügte. Einige Türen mussten deswegen sogar verkleinert werden (ich nehme an, dass ihm dieser Treppenaufgang in diesem Ausmaß eine Herzensangelegenheit war). Das Haus wuchs auf vier Stockwerke an, eine fast schon albern verschwenderische Größe (das Haus verfügte u.a. über einen Ballsaal). Daneben existierte eine Brücke, die vom Haupthaus zum “Küchenhaus” führte.

John Burden Blandy hatte offensichtlich immensen wirtschaftlichen Erfolg, denn er kaufte noch Land nördlich des Hauses dazu, sowie diverse Gärten und die Quinta do Palheiro. Mit einem, angesichts der technischen Möglichkeiten zur damaligen Zeit, irrsinnigen Aufwand gestaltete er die gesamte Landschaft um die Quinta um. Er ließ das Land in weitflächige Terrassen (portugiesisch: poios) unterteilen, wobei jede Terrasse über ihre eigene Levada (Bewässerungslauf) verfügte. Auch muss er von seinem Automobil sehr begeistert gewesen sein (angeblich eines der ersten auf der Insel), denn er ließ zusätzlich eine stattliche Auffahrt bauen, die vom Haupthaus zur Rua da Levada de Santa Luzia führte und ihm – samt Auto – einen einfacheren Zugang zum Anwesen ermöglichte. Die Rua da Levada de Santa Luzia verläuft oberhalb des Geländes und ist gleichzeitig die älteste Levada auf der Insel.

Mein Großvater baute das Haupthaus schließlich 1963 ein letztes Mal um, verkleinerte es, so dass es zu einem – wie er zu sagen pflegte –“schlichtem Landsitz” schrumpfte. Auch er muss ein etwas ungewöhnliches Verständnis von Dimensionen gehabt haben, wie jeder bestätigen wird, der diesen “schlichten Landsitz” zum ersten Mal erblickt.

Ich empfinde es als großes Glück, in so einem Haus aufgewachsen zu sein. So viel Platz, riesige Bäume und ausschweifende Partys, viele davon im Schatten der großen Steineiche, die vor dem Haus steht. Tage, an denen wir mit dem Traktor spielten, Wochenenden, an denen ich meinem Vater im Garten half. Diese Zeiten liegen hinter mir, hinter dem Haus, aber ich hoffe, dass ich es nun in einen Ort verwandeln kann, an dem Menschen sich willkommen fühlen. Willkommen diesen Flecken Paradies (so sehe ich es zumindest) in jeder erdenklichen Weise zu erfahren und in sich aufzunehmen.



QuintaDeSantaLuzia logo



Die Bäume

Es sind zu einem großen Teil die Bäume, die diesen Ort so einzigartig machen. Viele der Bäume sind über 100 Jahre alt, einige Arten sind einheimisch, andere wurden von außerhalb eingeführt. Über die Jahre hinweg hat meine Familie eine ganze Reihe von
Hochzeiten, Geburtstagen und anderen, besonderen Gelegenheiten angesammelt, die wir unter diesen Bäumen verbracht haben.

Sie sind zu langjährigen Freunden geworden, die eine Generation nach der anderen vorbei ziehen haben sehen und hoffentlich noch viele weitere vorbeiziehen sehen werden.




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